Hinweise zum Anbau trüffelinfizierter Pflanzen nach Dr.Khanaqa

1. Auswahl einer geeigneten Anbaufläche
2. Anbau der Trüffelkultur
3. Pflege und Kulturmaßnahmen
4. Trüffelernte

1. Auswahl einer geeigneten Anbaufläche

Klimatische Voraussetzungen
- Durchschnittstemperatur:
Sommer:
17,0°C bis 40,0°C
Winter:
-5,0°C bis 8,0°C
- Niederschlagsmenge: 300 mm bis 1500 mm
- Zeitpunkt der Niederschläge: insbesondere ist Sommerregen (August) von großer Bedeutung
- Trockenperioden: bei langanhaltenden Trockenperioden (> 20 Tage) ist eine Zusatzbewässerung notwendig
Bodenansprüche

Trüffel gedeihen nur auf Böden, die eine gute Durchlüftung, einen ausreichenden Kalkgehalt (pH-Wert) und einen geringen Stickstoffgehalt aufweisen. Optimal zum Trüffelanbau geeignet sind Lößböden, da sie die obengenannten Voraussetzungen erfüllen. Zur Kultur des Speisepilzes sind darüber hinaus auch leichte, sandige Böden und Kalksteinböden gut geeignet. Tonboden kann nur in stark eingeschränktem Maße zum Trüffelanbau empfohlen werden (ausschließlich Périgord-Trüffel).
Allgemeine Aussagen über die optimalen anzustrebenden Nährstoffgehalte für die Trüffelkultur sind nicht möglich, da diese in Abhängigkeit von vielfältigen Faktoren wie Bodenart, Bodenstruktur und Gehalt an organischer Substanz von Boden zu Boden stark variieren. Vor der Anlage einer Trüffelplantage muss daher der ausgewählte Boden analysiert und auf seine Eignung untersucht werden. Sowohl der Oberboden (15 - 30 cm) als auch der Unterboden (30 - 60 cm) muss überprüft werden, da sie für die Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Wirtspflanze (Oberboden) und für die allgemeine Wurzelaktivität (Unterboden) von großer Bedeutung sind.

Zur Trüffelkultur ungeeignet sind intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen, da diese in der Regel zu hohe Nährstoffgehalte und oftmals Pflanzenschutzmittelrüchstände aufweisen.

Böden mit hoher Schwermetallbelastung sind nicht zum Anbau geeignet, da diese die Fruchtkörperbildung (Trüffelbildung) verzögern.

2. Anbau der Trüffelkultur

Bodenvorbereitung

Pflügen der gesamten Fläche zur Bodenauflockerung und Unkrautentfernung (Pflugtiefe 30 cm).

Pflanzung

- Pflanzzeit: Die Planzug erfolgt im Herbst (Oktober/November) oder März. Die Setzlinge werden in Kulturgefäßen geiefert. Es ist darauf zu achten, dass bei der Pflanzung auch das gesamte durchwurzelte und infizierte Bodensubstrat des Topfes mit in das Pflanzloch eingebracht wird.
- Pflanzdichte: 1000 - 1200 Pflanzen/ha
- Pflanzabstände: Es wird ein Pflanzabstand von 3m in und zwischen den Reihen empfohlen. Die hexagonale Pflanzung ist vorteilhaft.
- Empfehlung: Anbau sowohl in Monokultur als auch in gemischter Pflanzung möglich. Alternierende Pflanzung von Eichen-, Oliven-, Mandel- und Haselnusssetzlingen. Das stärkere, vegetative Wachstum der Haselnüsse fördert bei kombiniertem Anbau die Fruchtkörperentwicklung und erzielt einen schnelleren und höheren Fruchtertrag. Allerdings ist der Anbau von Haselnüssen arbeitsintensiver, da das Haselnusslaub im Herbst von der Anbaufläche entfernt werden muss, weil es bodenversauernd wirkt.

3. Pflege und Kulturmaßnahmen

Bewässerung

Um ein erfolgreiches Anwachsen der Trüffelkultur der Setzlinge zu gewährleisten, ist eine ausreichende Durchfeuchtung des Bodens sicherzustellen. Daher ist in fast allen Fällen eine Bewässerung während der ersten Monate nach der Pflanzung notwendig. Eine Ausdehnung der Zusatzbewässerung vom 1. bis 3. Jahr nch der Pflanzung ist vorteilhaft.

Darüber hinaus ist eine bedarfsabhämgige Bewässerung während der gesamten Kultur zur Erhöhung des Fruchtertrages zu empfehlen.

Bewässerungsmenge und -häufigkeit variieren sehr stark in Abhängigkeit von der Bodenart und den klimatischen Gegebenheiten.

Folgende Bewässerungssysteme können im Trüffelanbau eingesetzt werden:

Qualität des Bewässerungswassers: Pflanzenschutzmittelrückstände müssen ausgeschlossen werden. Bei unerwünscht hohen Nährstoff- oder Schadstoffgehalten des Gießwassers sind diese ggf. durch eine Osmoseanlage zu entfernen.

Bodenbearbeitung und Pflege

Zur Bodenlockerung und Unkrautentfernung wird die Anbaufläche im 4. und 6. Monat nach der Pflanzung 3 - 5 cm gefräst. In den Folgejahren ist diese Behandlung alle 6 Monate in der gleichen Art und Weise durchzuführen.

Der Anbau von Haselnüssen macht es notwendig, das Haselnusslaub im Hernst zu entfernen, da es stark bodenversauernd wirkt (Absenkung des pH-Wertes).

Sollte es zu Abweichungen vom optimalen pH-Wert kommen, muss dieser durch geeignete Maßnahmen (z.B. Aufkalkung) korrigiert werden.

Um den Gehalt an organischem Bodenmaterial zu stabilisieren und die Bodenfeuchte zu erhalten, sollte jährlich eine organische Düngung erfolgen. Mischungen pflanzlicher und tierischer Produkte, die einen pH-Wert größer als 8,0 und ein C/N-Verhältnis größer als 10,0 aufweisen, werden empfohlen.

Pflanzenschädigungen

Fraß durch Wildschweine, Mäuse, Hasen, Kaninchen oder Eichhörnchen: Eine Umzäunung ist empfehlenswert, auch um Diebstahl der Kulturpflanzen oder des Ernteertrags zu vermeiden.

Schädlinge: Trüffelfliege in Frankreich und Italien (Suilla gigantea, vormals Helomyza tuberivora).

Pilzliche Erkrankungen der Wirtspflanze: z.B. echte Mehltau

Standzeiten der Trüffelkulturen

Mit zunehmendem Pflanzenalter Wachstum des Brûlé (Produktionszone, Trüffelbildung im Randbereich) und Überschneidung der Produktionszonen. Dann Entnahme/Entfernung einzelner Bäume aus dem Bestand notwendig.

Mandeln 20-25 Jahre, Haselnüsse und Oliven 25-30 Jahre, Eichen durchschnittlich 30 Jahre, bei entsprechendem Schnitt und Vereinzelung der Bäume mit zunehmendem Alter bis zu 50 Jahre (Eichen).

4. Trüffelernte

Zur Auffindung und Ernte wildwachsender Trüffeln finden die folgenden, zumeist jedoch sehr unzulänglichen Methoden Anwendung: Der gezielte Trüffelanbau nach der Methode von Dr.Khanaqa macht die zeitaufwendige, unzureichende und oftmals erfolglose Suche der Trüffeln jetzt überflüssig. Zur Reifezeit können die Trüffeln im Bereich der Produktionszone der Kulturpflanze (Eiche, Haselnuss, Olive, Mandel) mit der Hilfe einer Grabschaufel leicht freigegraben und geerntet werden.

Erntezeit

Sommer-Trüffel (T.aestivum Vitt.) Sommer
Khanaqa-Trüffel (Kreuzung T.melanosporum Vitt. x T.magnatum Pico) Frühling
Périgord-Trüffel (T.melanosporum Vitt.) Winter
Arabian-Trüffel (Terfieza) Frühling

Ertragsbeginn und Ernteerträge

Bei für die Trüffelkultur günstigen Bodeneigenschaften und klimatischen Gegebenheiten steigen die Ernteerträge in den Folgejahren stetig an.

Verkaufspreise (Stand 1995)

Sommer-Trüffel 130 - 150 DM/kg
Khanaqa-Trüffel 800 - 1.000 DM/kg
Périgord-Trüffel 1.500 - 2.000 DM/kg

Erntemengen (dem Markt zugeführte Mengen, Stand 1995)

Italien und Frankreich gesamt ca. 130.000 - 140.000 kg/Jahr
Sommer-Trüffel (Italien, Frankreich) ca. 110.000 kg/Jahr
Périgord-Trüffel (Frankreich) ca. 25.000 kg/Jahr

Eigenschaften der Trüffelarten

- Sommer-Trüffel: im Aroma schwächer als Weißer- und Périgord-Trüffel, aber höherer und schnellerer Ernteertrag, Frisch- und Konservenware
- Khanaqa-Trüffel: Qualität entsrechend Weißer- und Périgord-Trüffel, Duft (Aroma) schwächer, höherer und schnellerer Ertrag als Kreuzungspartner
- Périgord-Trüffel: starkes Aroma, Frischware, hoher Preis
- Arabian-Trüffel: schwächeres Aroma als Périgord-Trüffel